Gedanken zu meiner künstlerischen Arbeit

von Miran Kim

 

 Zu meinen Zeichnungen

 

Die emotionale Verbindung mit anderen Lebewesen und Naturerscheinungen sowie die Reflexion des Menschen in seiner Gestalt prägt meine Zeichnungen, wobei meine persönlichen Empfindungen eine wesentliche Rolle spielen. Besonders Tieere sind dem Menschen nahe.

 Im Zusammenhang mit diesem Thema greife ich gerne auf alte Bilder und die Geschichte zurück. Zum Beispiel gibt es in den allgemein bekannten, griechischen und römischen Mythen die Verwandlung des Mesnschen in andere Wesen. In mittelalterlichen Bildern treten viele imaginäre Tiere und bestimmte Tiere in symbolischer Bedeutung auf.

 Metamophose ist für mich eine Attitüde, mich der Natur zu nähern und die Spaltung von Mensch und Natur aufzuheben.

 Ich zeichne viel. Zeichnung ist das direkteste und intimste künslerische Mittel. Als Zeichenmittel benutze ich überwiegend Aquarell und Ölkreide.

 

 Zu meiner Malerei

 

Mit der Zeit habe ich mich immer mehr in der Beziehung zwischen Natur und Mensch erkannt. Ich dehne meine Identität in die Natur hinein aus. Ich sehe die Natur als Spiegel menschlicher Empfindungen.

 Ich nähere mich den Naturschönheiten, in deren Darstellungen ich Stimmungen und Empfindungen verarbeite. Meine Werke sind keine Abbilder der Natur, sondern sie vergegenständlichen das Unfassbare, das metaphysiche Empfinden.

 Die realistische, emotionale Darstellungsweise der Landschaften wird unter anderem durch unendlich scheinende Weiten verstärkt. Gegenüber der Schönheit und Erhabenheit der Natur erscheint der Mensch klein.

 Die Natur dient als Projektionsfläche für Empfindungen und Sehnsüchte des Betrachters. In ihr äussert sich die Naturanschauung und innere Weltsicht.

 Ich versuche, traditionelle Bildmotive mit meiner Maltechnik neu zu entdecken.

 

 Miran Kim - Berlin, im Janurar 2013 - http://www.mirankim.de/

 

                                                                                                                      

                                                                                                                           

  2004    von Prof. Dr. Ursula Panhans-Bühler

 

 Als Katzenschmetterling oder Fledermaus, als Batman mit gewltigen Segelin oder als kopflastig schwere Eul, gefluegelter Doppelposaunenengel oder blauohriges Teufelchen, als zarte Libelle, selbstgewisser Saamander oder Kopffuesslerbaum, als Daphne mit ausgebreiteten Zweigearmen oder Blumenfee auf Krinolinenbasis – vorueberschwebend, zur Landung ansetzend, sich auf wackeligen Beinen haltend, kopfunter durch den Raum tauchend, im Handstand Haare und Busen haengen und obendrein aus dem Bildraum ragen lassend, gespielt grossspurig und hoch giligran vor einen Vorhang tretend, oder aber mit Kopf und Armen zauberisch Wolkenfallsirme hinter sich herziehend: Tierisches und Menschlichtes, Vegetabiles und regungslos Naturales, Motive aus den Aresenal der phantastischen Kunstgeschichte und dem trivialen modernen Figurentheater von Pop bis Comic verschwimmen in Miran Kims Zeichnungen ieinander. Eizelstudien von Gesichten zeigen Wesen in einer medialenZwischenwelt, zuweilen zwar frontal aus dem Bild gewendet, mit physischen Praezenz. Anderea wiederum, mit magischer Aufladung maskenhafte drohend und doch die Zaehne zeigend, gehen als Doppelfiguren in spielerisch abwehrend-angegrifende Frontstellung oder sind als Enface-und-Profil ineins geblendet. Zuweiten ziehen Tiere als selbstverstaendlich insich ruhende Vierbeiner in einfaecher Seitensicht ueber die Flaeche, beispielsweise ein Gnu ode rein Esel. Sind sie – projektionsbedingt-aus der Schraegsicht foreiert auf flaechige Zweibeiner rduziert, benehmen sie sich nicht so gelasen animalisch. Einem verdutzt vor seinem Pfuetzenspiegelbild erstarrten tierischen Narziss schiessen die Hinterbeine ueber die Standlinie hinaus,Stoerrrisch scheut ein ander Vierbeiner vor einem unsichtbaren Hindernis zurueck. Komplizenhaft werfen manche aus dem Augenwinkel einen verschmitzt schelen Blick, so etwas ein knochenlos ueppig wolliges schf oder auch mal ein Elefand, dem es nicht ganz leicht zu fallen scheint, beim Schwenk seines Ruessels nicht die Balance seiner schweren Saeulen fuesse im markierungslosen Projektionsraum des Blattes zu riskieren. Miran Kim, ein farbig zartes Selbestportrait mit zurueckgenommen abwartendem Profil und konzentriet nach aussen gerichtetem Blick des Mandelauges, tauscht die Felder von realem und imaginaerem Raum.

Die zeichnerischen Einfaelle sind meist mit durchscheinend hauchduenner oder balsser Azuarellfarbe direct auf das Papier gesetzt, ohne verfestigende Konturen,Wo die Zeichnung ergaenzt-oder ersetzt-wird mit Wachskreiden, Buntstiften oder Graphit, tragen diese dem Fluechtigen nicht einen koerperliche Festikeit hinterher, sondern verstaerken den ephemeren Status des Koerperlichen zwieschen Stofflichkeit und imaginativer Transparenz. Manche Liniengefuege lassen das Skelett hervortreten, setzen es dem Hauch von Koerperlichem entgegen; exzentrisch zum stofflichen gesetzte Linien umschliessen nicht ausgrenzend die Motive, sondern stellen den Kontakt zum-tendenziell grenzenlsen-Medium des Grundes sabotieren andererseits Vorstellung von zeichnerischem Koennen; aber gerade in der souveraenes Gelingen um. Was auf diese Weise gelinkt, ist ein verschwoerisches, Magisches und Krreatuerliches, Belustigendes und Beaengstigendes warden auf diese Weise immer wieder neu konfiguriert gegeneinander ausgespielt.

Ob diese Phantasien sich einem intuitive aufmerksamen Reagieren auf Konventionen juengerer Kuenstlerin westlichen Laendern verdanken? Miran Kims Heimat ist Suedkorea. In ihren Zeichnungen assimiliert sie keineswegs unsere aktuellen kuenstlerischen Standards, und umgekehrt bindet sie ihre Phantasien auch nicht an mehr oder minder greifbare Konventionen der Kultur ihres Herkunftlandes. Man gewinnt den Eindruck, dass die Zuege des Spielerischen, des Fragilen, des maskenhaft Verstummenden, des ironisch Aufsaessigen nicht so selbstverstaendlich den Pinsel oder andere Zeichenwerkzeuge dirigieren, wie das bei uns der Fall waere. Wenn zu denKapriolen ihrerMischwesens-und Rollenfabulation animalisch gleichmuetige Tiere den Pl eines sebstverstaendlichen In-sich-Ruhens bilden, verstaerkt dies den Eindruck, dass der mutwillig ambivalente Ueberschwang sich einem durchhaus skeptischen Mitspielen verdankt, einer spontan wachen Sabtage, in der westliche Konventionen kuenstlerischer Selbstbehauptung subtil ins Wanken greaten. Nachdenklich beginnt man zu schmunzelen angesichts der Feinheit derart derart verschwiegener Anspielungen. Das Gefuehl, dass menschliches Aus-sich-Heraustretenmuessen die eigene VERltzlichkeit augenscheinlich warden laesst, wird nicht gespalten in Fragilitaet einerseits und stoerrisches Auftrumpfen andererseits. Vielleicht also verdankt sich der Phantasierraum einer solchen Positionierung in unsere Welt auch jener fluerchtigen Spur, die ihn mit der eigenen Tradition verbindet.

 

                                                                                                       

 

Berlin-Neukölln

Saturdaynight in Berlin-Neukölln. Jenseits von Kreuzkölln beherrschen Billigläden, Dönerbuden und Wettbüros die Hermannstraße.  Kaum zu glauben, dass wir gerade dort New Yorker Kunstatmosphäre entdecken können: In der Michaela Helfrich Galerie in der Alten Kindl-Brauerei.

Seit 2008 unterhält die studierte Kulturwissenschaftlerin und Kunsthändlerin Michaela Helfrich ihre Galerie in den fantastischen Räumlichkeiten in der Alten Kindl-Brauerei. Ein kathedralen-ähnlicher Raum mit viel Platz für Kunst. Aktuell sind die Arbeiten von Emel Geris und Miran Kim zu sehen. Asien und Orient, Abstrakte und Figuration, Realismus und Traumwelt, Natur und Stadt, Ornament und Farbfeldmalerei verbinden sich hier zu einer neuen kulturellen Synergie. Die Bilder der türkischstämmigen Emel Geris lassen uns durch farbenprächtige Innen- und Außenräume reisen. Es sind Labyrinthe mit Wasserfluten, aus den Fugen geratenen, tierbesiedelten Tapetenmustern und Stadtsilhouetten.  Daneben die scheinbar stillen Naturansichten von Miran Kim, die  sich um so mehr als spannungsreiches Spiel mit unseren Sehgewohnheiten entpuppen.  Tropfen auf einer Seeoberfläche, eine Waldspiegelung im Wasser, Eisangler und Lichtpunkte in der Nacht ziehen uns in einen unendlichen Bildraum. Nach so viel Kunsterleben erholt sich Berlin-Woman an der Galeriebar, wo es zugeht wie in der einst so freien und coolen New Yorker Kunst-Bohème. Die Reise von New York nach Neukölln lohnt sich!

Herein, Herein. Malerei von Emel Geris und Miran Kim, Michaela Helfrich Galerie, Alte Kindl-Brauerei Neukölln, Werbellinstr. 50, 12053 Berlin, Di-Fr 17:00-20:00 Uhr, Sa: 14:00-20:00 Uhr, So 15:00-18:00 Uhr, bis 29.10.2011